Helmdecken und Helmzier

Helme

Wappenmäßige Helme sind:
Der Topfhelm (12. bis Ende 13. Jahrhundert)
Der Kübelhelm (Ende des 13. Jahrhunderts bis Ende des 14. Jahrhunderts)
Der Stechhelm (seit Ende des 14. Jahrhunderts)
Der offene oder Bügelhelm (seit Mitte des 15. Jahrhunderts)

Helmtypen

Die Helme werden stahl- oder eisenfarben gemalt (bei Fürstenwappen silbern oder golden). Die um den Hals hängenden Kleinode (Ketten mit Anhängern, die jedoch nur bei Bügelhelmen angebracht werden dürfen), golden, das Futter rot. Zu einem wappenmäßigem Helm gehören Helmdecken und Helmzier, auf einem Schild nur eines von Beiden anzubringen ist unstatthaft.

Hat ein Wappen mehrere Helme, werden die äußeren nach innen gewendet. Ist ihre Anzahl ungerade muss der mittlere nach vorne sehen. Hat er jedoch als Zier ein Schild das nur seitlich darstellbar ist, so ist er ebenfalls seitlich und zwar nach heraldisch rechts darzustellen.

Oft wird beim Zeichnen der Fehler gemacht das die Helme mit sehr engen und schmalen Halsstücken dargestellt werden, dabei wird vergessen das der Hals des Helmes weit genug sein muss um über den Kopf gestülpt werden zu können. Ein weiterer Fehler ist es, wenn Helm und Helmzier im Verhältnis zum Schild zu klein dargestellt werden. Im allgemeinen gilt als Regel, dass die Entfernung von der Spitze der Helmzier bis zur Mitte des Helmhalses die selbe sein soll, wie von hier bis zur unteren Spitze des Schildes. Der gotische Stil erlaubt dem Helmschmuck ein größeres Übergewicht. Der Helm soll, wenn nicht besondere Gründe vorliegen, nicht über dem Schild schweben, auch nicht mit seiner unteren Spitze den oberen Schildrand berühren (1), sondern ein wenig über den Schildrand ragen (2).

richtige Position der Helmzier

 

Helmdecken

 

Helmdecken sind der aus Stoff bestehende Kopf- und Nackenschutz des alten Helms, der mit der Entwicklung der Kunststile verlängert und ornamental ausgestaltet worden ist. Die Decken haben mit dem Stil der übrigen Wappenteile übereinzustimmen. Im übrigen ist bei der Zeichnung der Decken der schöpferischen Gestaltungsfreiheit des Zeichners voller Spielraum gelassen.

Werden Helmdecken gemalt, so ist es herkömmlich, dass im Allgemeinen die inneren Teile mit Metallen und die mit Farben gemalt werden. Wappen ohne Helmdecken kommen nur in der heraldischen Frühzeit vor. Wappen in späteren Kunststilen haben stets die Helmdecken. Ganz gegen die Regeln der Wappenkunst ist es die Helmdecken durch Laubgewinde oder Blumenkränze zu ersetzen. Ebenso ist es falsch, die Helmdecken die stets vom Kopf des Helms ausgehen sollen, aus dem Helmhals, dem Schildrand oder anderen Stellen ausgehen zu lassen. Wird ein Schild ohne Helm dargestellt fallen auch die Helmdecken weg.

Bügelhelm

 

Bügelhelm

Bügelhelm nennt man den seit Mitte des 15. Jahrhunderts auftretenden Helm, der vorne durche eine Anzahl von senkrechten Bügeln oder Spangen geschlossen ist. Die Kanzleisprache der Adelsbriefe nannte sie „frei offen adelige Turnierhelme“. Dieser neu aufkommende Helm wurde dem Adel vorbehalten.

Helmkrone

 

Die Helmkrone (Adelskrone), in Adelsbriefen oft „Königskrone“ genannt, besteht aus einem goldenen Reif mit fünf sichtbaren Zacken, von denen die mittleren und äußeren blätterartig gebildet sind. Die beiden anderen tragen Perlen. Die Krone darf nicht zu eng dargestellt werden. Ihr Umfang muß genügen um den Helmkopf und die Helmzier zu umschließen. Die Helmkrone ist nur auf solchen Adelswappen anzubringen, bei denen ihre Führung altherkömmlich oder im Adelsbrief ausdrücklich verliehen ist.

Bei anderen sowie bei bürgerlichen Wappen erhebt sich die Helmzier unmittelbar aus dem Helm oder aus einem an Stelle der Krone auftretenden Wulst oder Bausch in den Farben der Helmkrone.

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